Ein einfacher Einstieg in das Thema bedingungsloses Grundeinkommen: Durch eine humorvolle und überspitzte Darstellung von vier Charakteren können Nutzende das Leben mit und ohne Grundeinkommen aus verschiedenen Perspektiven erleben.
New Basic ist eine Simulation, die die Vor- und Nachteile des bedingungslosen Grundeinkommens aufzeigt und die Nutzenden zum Nachdenken anregt. Das Projekt wurde im zweiten Semester des Studiengangs Interactive Media Design an der Hochschule Darmstadt entwickelt – in Zusammenarbeit mit Elisabeth Ermisch, Nesrin Habbal und Julia Podlipensky.
Die Grundlage
Soziale Ungleichheit ist ein seit jeher bestehendes Problem, und die Schere zwischen Arm und Reich wächst zunehmend. Besonders in Krisenzeiten wie der Corona-Pandemie könnte das bedingungslose Grundeinkommen eine Lösung bieten, um finanzielle Unsicherheiten und Existenzängste vieler Menschen zu lindern. Doch das Thema ist komplex: Die Vielzahl an Modellen und Finanzierungsmöglichkeiten erschwert den Einstieg und lässt einen schnell in einer Fülle von Fakten und Zahlen verloren gehen, was es schwer macht, eine fundierte Meinung zu entwickeln.
Die Idee
New Basic setzt genau hier an: Die Simulation bietet den Nutzenden eine interaktive Erfahrung, bei der sie verschiedene Szenarien durchspielen und erleben, wie sich ihre Entscheidungen auf das Leben der Charaktere auswirken – sowohl mit als auch ohne Grundeinkommen. Die Nutzer:innen können so die Auswirkungen unterschiedlicher Lebensrealitäten direkt erfahren und werden angeregt, sich intensiver mit dem Thema auseinanderzusetzen und eine eigene Meinung zu bilden.






Die Simulation
Zu Beginn wählt der Nutzende einen Charakter aus und entscheidet, ob mit oder ohne Grundeinkommen gespielt wird. Diese Wahl beeinflusst das Budget, die Arbeitszeit und die verfügbaren Entscheidungen.
Die Simulation läuft über fünf Tage, beginnend am Sonntag um 8 Uhr. Jeder Tag startet mit einer kurzen Animation, die die aktuelle Lage des Charakters zeigt. Der Nutzende trifft Entscheidungen zu Arbeit und Ausgaben, die auf einem Kassenbon dargestellt werden. Der Tag endet spätestens um 2 Uhr nachts.
Am vierten Tag werden Kontaktbeschränkungen eingeführt, wodurch einige Entscheidungen nicht mehr möglich sind. Verliert der Charakter seine Arbeit, wird das Budget angepasst. Nach fünf Tagen wird das Verhalten des Charakters zusammengefasst, und der Zufriedenheitsgrad angezeigt, der von den getroffenen Entscheidungen abhängt.
Je nach Zufriedenheit verändert sich während der Simulation die Körperhaltung und das Verhalten des Charakters, was durch Animationen sichtbar wird. Am Ende der Simulation erhält der Nutzende ein Fazit, das auf den Entscheidungen basiert und das zukünftige Leben des Charakters beeinflusst.
Wichtige Parameter
Die drei wichtigsten Parameter in der Simulation sind Geld, Erschöpfung und Zufriedenheit.
Geld repräsentiert das Einkommen des Charakters und das tägliche Budget, das für Ausgaben eingeplant werden muss. Nach Abzug von Steuern und Fixkosten zeigt es das verfügbare Geld.
Erschöpfung gibt an, wie sehr der Charakter durch Arbeit oder ungesunde Lebensgewohnheiten belastet ist. Zu viel Erschöpfung führt zu Unzufriedenheit, weshalb es wichtig ist, für genügend Erholung zu sorgen.
Zufriedenheit ist der zentrale Wert, der das Endergebnis der Simulation beeinflusst. Sie wird durch die Entscheidungen des Nutzenden sowie durch die Lebensumstände des Charakters bestimmt und zeigt, ob das Grundeinkommen den Charakter glücklicher macht.
Die Charaktere
New Basic stellt verschiedene Charaktere vor, die unterschiedliche Perspektiven auf das Grundeinkommen widerspiegeln:
Endlich das Hobby zum Beruf machen
Chantal, die Rebellin, verkörpert die Angst, dass das Grundeinkommen den Arbeitsanreiz nimmt. Sie lebt nach dem Vorurteil des faulen Schmarotzers und verbringt ihre Zeit mit Online-Shopping, TV und ungesundem Essen. Ohne den Zwang zur Arbeit könnte sie ihre Zeit in ein erfüllendes Hobby investieren, das möglicherweise sogar zum Beruf werden kann – eine Chance, die ihr bisher verwehrt war.
Mehr Zeit für die Familie
Peter, der alleinerziehende Vater, zeigt, wie das Grundeinkommen Menschen mit hoher Arbeitsbelastung entlasten kann. Als Klempner hat er wenig Zeit für seine zwei Kinder und kaum Raum für sich selbst. Das Grundeinkommen würde ihm ermöglichen, seine Arbeitsstunden zu reduzieren und so mehr Zeit für seine Familie zu haben, was zu einer besseren Lebensqualität und mehr Zufriedenheit führen würde.
Die Schere von Arm und Reich schließen
Wolfgang, der Bankkaufmann, zeigt, dass auch Besserverdiener vom Grundeinkommen profitieren können. Er liebt seinen Job und arbeitet hart für seinen Erfolg. Trotzdessen wird er oft beneidet und verurteilt, obwohl er gerne helfen würde. Das Grundeinkommen könnte zu einem besseren Austausch und mehr Verständnis in der Gesellschaft führen und helfen, die Schere zwischen Arm und Reich zu verringern.
Druck weg, hin zur Selbstverwirklichung
Lena, die Studentin, arbeitet neben ihrem Studium, um ihren Lebensunterhalt zu finanzieren. Dadurch bleibt oft wenig Zeit für das Studium selbst oder ihre persönlichen Interessen. Das Grundeinkommen würde ihr ermöglichen, sich von finanziellen Sorgen zu befreien und mehr Zeit für ihr Studium sowie für ihre Leidenschaften und Selbstverwirklichung zu gewinnen.
Weiterführende Links
Urheberrechtlicher Hinweis:
Diese Arbeit wurde im Rahmen einer Teamarbeit im Studium erstellt. Das Urheberrecht wird mit den beteiligten Teammitgliedern geteilt. Ich war Teil des Teams und habe gemeinsam mit Elisabeth Ermisch, Nesrin Habbal und Julia Podlipensky zur Entwicklung dieser Arbeit beigetragen.