VIPIOs


VIPIOs bringt historische Persönlichkeiten aus Oberwesel digital zum Leben. Besuchende interagieren über ihr Smartphone mit den Porträts und erfahren mehr über deren Leben und Zeit. Während meiner Zeit bei 21ct Beratung. Kommunikation. Design. wurden wir durch das Kulturhaus Stadtmuseum Oberwesel beauftragt, vier Exponate zu digitalisieren – VIPIOs war eines davon und wurde im Rahmen des dive in-Programms gefördert.

Die Grundlage

Die analogen Räume im Kulturhaus Stadtmuseum Oberwesel waren geprägt von Tafeln und Exponaten, die den Besuchenden eine eher traditionelle und statische Auseinandersetzung mit der Geschichte ermöglichten. Interaktive Elemente oder tiefere Einblicke blieben größtenteils aus. Mit der Förderung durch das dive in-Programm ergab sich jedoch die Möglichkeit, diese Räume digital und interaktiv zu gestalten. So konnten die Geschichte Oberwesels und seiner berühmten Persönlichkeiten auf eine moderne, spannende Weise erlebbar gemacht werden. Die digitalen Elemente bringen nicht nur mehr Information, sondern schaffen ein neues, zeitgemäßes Erlebnis für die Besuchenden.

Die Idee

VIPIOs lässt vier historische Persönlichkeiten aus Oberwesel lebendig werden. Die Porträts wirken zunächst still, beginnen jedoch plötzlich zu leben und laden die Besuchenden zur Interaktion ein. Über einen virtuellen Chat auf den Smartphones der Besuchenden, der wie gängige Messaging-Dienste aussieht, können Fragen gestellt werden, um mehr über das Leben der Persönlichkeiten und ihre Bedeutung für Oberwesel zu erfahren. Die Porträts fügen sich nahtlos in die historischen Räume ein und bieten eine moderne, persönliche Entdeckung der Geschichte.

a picture of a well dressed woman with smartphone inside of a picture frame and a person staying in front of the portrait showing a chat
Bild der Interaktion zwischen Besuchenden und dem Porträt. Zu sehen ist, wie Julia Mamaea eine Antwort verfasst.
Julia Mamaeas Porträt im Idle-Zustand: Sie schaut sich im Raum um, als würde sie nach Besuchenden Ausschau halten.
Screenshot der Chatoberfläche: Antoinette hat ein Bild geteilt und man sieht die Auswahl aus drei Fragen, die Besuchende ihr stellen können.
Picture of a man with a knight helmet inside of a grey picture frame surrounded by 7 other pictures.
Bild von Fritz Hermanns Porträt im historischen Raum. Der Rahmen fügt sich harmonisch in die Umgebung ein.
Picture of a young woman reading a book inside of a golden picture frame. The scene outside shows a room with a blue couch, wooden chairs around a halfed barrel and a glass showcase.
Bild von Karoline von Günderodes Porträt im historischen Raum. Der Rahmen fügt sich harmonisch in die Umgebung ein.
Picture of an old woman with a smartphone inside of a brown wooden picture frame.
Bild von Antoinette Hoffmanns Porträt im historischen Raum. Der Rahmen fügt sich harmonisch in die Umgebung ein.
Videoausschnitt aus dem Trailer: Besuchende stellen eine Frage, während sich das Porträt von Antoinette verändert und sie darauf antwortet.
Blick hinter die Kulissen der Szenenaufnahme: Veronika bespricht den Text mit der Schauspielerin.
Design der QR-Code-Tafel, die zum Chat mit Julia Mamaea einlädt und eine kurze Einführung in ihre Person bietet.

Der Prozess

Das Projekt wurde in kleinen Sprints entwickelt. Nach jeder Entwicklungsphase wurde es gemeinsam mit dem Kunden getestet, anschließend angepasst und weiterentwickelt, bevor der nächste Testschritt folgte.

1. Auswahl der Persönlichkeiten und Konzeptentwicklung
Gemeinsam mit dem Stadtmuseum Oberwesel wählten wir vier historische Persönlichkeiten aus verschiedenen Epochen, die Oberwesel geprägt haben: Julia Mamaea, Friedrich Hermann von Schönburg, Karoline von Günderrode und Antoinette Hoffmann. Diese Persönlichkeiten bildeten die Grundlage für das interaktive Erlebnis.

2. Recherche und Dialogerstellung
Im nächsten Schritt sammelten wir gründlich alle relevanten historischen Informationen zu den Persönlichkeiten. Diese Inhalte wurden in einen strukturierten Frage-Antwort-Dialog umgewandelt, der den Besuchenden erlaubt, die Figuren auf eine interaktive Weise zu befragen. In enger Zusammenarbeit mit der Museums-Kuratorin stellten wir sicher, dass alle Antworten sowohl historisch korrekt als auch spannend und ansprechend für das Publikum waren. Es entstand ein dynamischer Gesprächsbaum, der den Dialog lebendig und abwechslungsreich machte.

3. Porträt-Videokonzeption und Schauspieler-Casting
Jede Persönlichkeit erhielt ein eigenes Porträt, das mit verschiedenen Szenen animiert wurde. Die Schauspieler, die die historischen Figuren darstellten, wurden sorgfältig ausgewählt und in passenden Kostümen und mit authentischem Make-up ausgestattet. Die Szenen wurden vor einem Greenscreen aufgenommen, um die Porträts in den historischen Kontext von Oberwesel einzubetten. Jede Szene wurde so inszeniert, dass die Figuren stets in ihrem Charakter bleiben und den Besuchenden ein authentisches Gefühl für die jeweilige historische Persönlichkeit vermitteln.

4. Post-Produktion und Integration
In der Post-Produktion passten wir die Videos farblich und atmosphärisch an die jeweilige Epoche und den Raum an. Durch gezielte Anpassungen wurden die Porträts in ihren historischen Kontext eingebaut, um die Illusion eines lebendig gewordenen Gemäldes zu verstärken. Die Porträts wurden auf Bildschirmen im Museum installiert, die in edlen Bilderrahmen versteckt wurden, um die Technik zu verbergen und gleichzeitig das historische Ambiente zu wahren.

5. Testing und Implementierung
Sobald alle Videos und das interaktive Chat-System finalisiert waren, führten wir intensive Tests durch. Dabei überprüften wir sowohl die technische Funktionsfähigkeit als auch die Nutzererfahrung. Alle Fragen-Antwort-Stränge wurden verfeinert und angepasst. Nach erfolgreicher Implementierung wurden die Bildschirme im Museum platziert, und die Besuchenden können nun via QR-Code auf ihren Smartphones mit den Porträts interagieren – ein faszinierendes und interaktives Erlebnis, das die Geschichte von Oberwesel auf eine ganz neue Weise vermittelt.

Die Interaktion

Das Porträt wirkt zunächst wie ein normales Gemälde, zeigt sich jedoch durch leichte Bewegungen lebendig. Vor den Porträts befinden sich Tafeln mit QR-Codes, die die Besuchenden scannen können. Manchmal hebt die historische Person sogar selbst einen QR-Code, um die Besuchenden direkt zum Chat einzuladen.

Im Chat antwortet die Figur mit einer Mischung aus Texten, Emojis, Bildern und ihrem ganz persönlichen Touch. Während der gesamten Interaktion werden die Fragen und Antworten sowohl im Chat als auch auf dem Porträt angezeigt, sodass die Besuchenden eine visuelle Verbindung zur Unterhaltung haben.

Es ist auch möglich, in Gruppen zu chatten – jedoch muss jeder auf die Antwort warten, da die Person immer nur einem zur gleichen Zeit antworten kann. Bestimmte Antworten führen zu „Exkursen“, die als Links erscheinen. Durch das Klicken auf diese Links öffnen sich Pop-ups, die weiterführende Informationen zu einem speziellen Thema bieten.

Umgesetzte Aufgaben

Konzeption & Interaktive Gestaltung
/ Mitentwicklung des Interaktionsablaufs und Designs der historischen Persönlichkeiten, des Chat-Interfaces und der Szenenhintergründe
/ Festlegung des Exkurs-Aufbaus und Designs
/ Mitentwicklung der Dialogstränge und Gestaltung der QR-Code-Tafeln

Dreharbeiten & Regie
/ Unterstützung der Schauspieler:innen und Auswahl der Outfits
/ Hilfeleistung für den Kameramann

Post-Produktion & Videobearbeitung
/ Leitung der Post-Produktion und Entscheidung über das visuelle Erscheinungsbild
/ Videoschnitt, Sound- und Effektanpassung

Testing & Optimierung
/ Testen und Anpassen der Dialogstränge und Interaktionen
/ Optimierung der Benutzerführung

Verwendete Tools

/ Final Cut Pro
/ Adobe Photoshop & InDesign
/ Microsoft Excel & Word

Weiterführende Links

/ VIPIOs auf der Website des Museums

/ Trailer zum Projekt

Urheberrechtlicher Hinweis:
Diese Arbeiten wurden während meiner Tätigkeit bei 21ct Beratung. Kommunikation. Design. für Kulturstiftung Hütte Oberwesel erstellt. Die Urheberrechte an den Materialien liegen bei den jeweiligen Kunden oder 21ct Beratung. Kommunikation. Design. Mit ausdrücklicher Erlaubnis von 21ct Beratung. Kommunikation. Design. darf ich diese Arbeiten in meinem Portfolio präsentieren.